Fallstudie | 10 February 2026

Von der Krise zur Kreislaufwirtschaft: Wie ein Konsumgüterunternehmen seine Lieferkette für ein nachhaltiges Jahr 2035 neu erfunden hat?

Verfasst von : Preeti Wani

Das heutige Zeitalter ist geprägt von umweltbewussten Konsumenten. Die Nachhaltigkeitsstrategie eines namhaften US-amerikanischen Konsumgüterherstellers hätte beinahe zum Zusammenbruch des gesamten Unternehmens geführt. Die unerwartete Umstellung von Kunststoff- auf Papierverpackungen im gesamten Produktportfolio, die bewusst durch Umweltziele vorangetrieben wurde, legte gravierende Schwachstellen in der internationalen Lieferkette offen. Darüber hinaus führten unvorhergesehene Rohstoffpreisschwankungen und grundlegende Risiken für die Produktintegrität zu erheblichen finanziellen Verlusten und einem Vertrauensverlust bei den Kunden. Diese Fallstudie beschreibt daher detailliert die Intervention der Strategieberatung von Research Nester und liefert tiefgreifende und zukunftsweisende Lösungen, die unerlässlich sind, um die Krise zu bewältigen und das Unternehmen bis 2035 als fortschrittlichen und resilienten Marktführer in der nachhaltigen Verpackungsindustrie zu positionieren.

Überblick:

  1. Das in Chicago ansässige Konsumgüterunternehmen gehört zur Lebensmittel- und Getränkebranche. Gegründet 1985, vermarktet, vertreibt und produziert es ein umfassendes Sortiment an Getreideprodukten, darunter Snacks, Getränke und Fertiggerichte. Die Produkte werden von Kunden in über 250 Ländern gekauft und konsumiert und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 50 Milliarden US-Dollar.
  2. In einem strategischen Schritt, der sich nahtlos in die weltweiten Nachhaltigkeitsbestrebungen einfügt, kündigte das Unternehmen im Juni 2021 an, seine gesamte Produktpalette bis Ende 2022 vollständig auf Papierverpackungen umzustellen. Dieser Ansatz wurde von Umweltgruppen begrüßt. Der umfassende Plan konnte jedoch die immense Komplexität von Produkten mit hohem Feuchtigkeits- und Flüssigkeitsgehalt nicht ausreichend berücksichtigen.
  3. Die Lieferkette des Unternehmens wurde durch die Volatilität der Rohstoffpreise, insbesondere für Recycling- und Neuzellstoff, rasch beeinträchtigt. Geopolitische Herausforderungen wirkten sich zudem auf die Holzexporte aus und verschärften den Wettbewerb mit anderen Nationen, was zwischen Mitte 2021 und 2022 zu einem Preisanstieg von 125 % bei hochwertigem Verpackungszellstoff führte.
  4. Trotz der hohen Qualität der Papierverpackungen bestanden Anfälligkeiten gegenüber Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen während Lagerung und Transport. Bis Oktober 2022 stiegen die Verbraucherbeschwerden um 305 %. Verschiedene Berichte betrafen die beeinträchtigte strukturelle Integrität der Verpackungen, beispielsweise durch Geschmacksveränderungen bei Getränken, verdorbene Snacks und durchweichte Kartons aufgrund mikrobieller Verunreinigung und Sauerstoffeintritt.
  5. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen war das Konsumgüterunternehmen nicht in der Lage, ausreichende und rentable Lagerbestände zu produzieren, um die Marktnachfrage zu decken. Infolgedessen sank der Marktanteil des Unternehmens im zweiten Quartal 2022 um 20 %, und der Jahresumsatz für 2023 brach auf rund 40 Milliarden US-Dollar ein.
  6. Da der Vorstand des Unternehmens die Grenzen seines internen Managementteams erkannte, beauftragte er im Dezember 2022 das internationale Beratungsunternehmen Research Nester, um eine umfassende Diagnose der Lieferkettenunterbrechungen durchzuführen und einen geeigneten Wiederherstellungsansatz für seine Geschäftstätigkeit zu entwickeln.

Die Geschichte

Das Konsumgüterunternehmen hat sich durch Innovation und Qualität einen Namen gemacht. Seine Vision beinhaltet ein klares Bekenntnis zum Umweltschutz, wobei Verpackungen eine zentrale Rolle für die sichere Lieferung von Produkten bei gleichzeitiger Reduzierung der Umweltbelastung spielen. Die Unternehmensziele konzentrieren sich auf eine vielschichtige Strategie, die geeignetes Verpackungsdesign, Priorisierung von Nachhaltigkeit, strenge Lebensmittelsicherheitsstandards, Erhalt der Produktqualität, Kosteneffizienz und die Berücksichtigung innovativer Kundenwünsche gewährleistet.

Angetrieben von diesem Ziel setzte die Unternehmensführung ein klares Ziel: Bis Ende 2023 sollten die Verpackungsprozesse vollständig biologisch abbaubar, kompostierbar und recycelbar sein. Dieser effiziente Übergang zu Papier war zwar einerseits ein PR-Erfolg, führte aber andererseits zu betrieblichen Störungen. Zudem versäumte es die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens bewusst, umfangreiche Praxistests im großen Maßstab durchzuführen. Darüber hinaus unterschätzte sie die Anfälligkeit der Lieferkette, die aufgrund der internationalen Nachfrage stark belastet war, und überschätzte die Umweltverträglichkeit von Papier. Angesichts steigender Verluste und eines sinkenden Markenimages erkannte das Management, dass interne Lösungen nicht ausreichten. Daher wurde Research Nester beauftragt, eine umfassende Nachbetrachtung und Bedarfsanalyse durchzuführen und eine datenbasierte Lösung für zukünftiges Wachstum und Entwicklung zu erarbeiten.

Unsere Lösung:

Das Analyseteam von Research Nester führte drei Monate lang ein gründliches Audit durch und kam zu dem Schluss, dass der Fehler des Konsumgüterunternehmens in der Kontrolle einer geschäftskritischen Komponente der Verpackung lag. Die Lösung erforderte die Wiedererlangung der Kontrolle, die erfolgreiche Nutzung des technologischen Fortschritts und die Umsetzung eines pragmatischen, schrittweisen Ansatzes.

  • Vertikale Integration durch Eigenfertigung: Das Analyseteam von Research Nester integrierte Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar, um automatisierte und hauseigene Verpackungsfertigungsinfrastrukturen in Asien, Nordamerika und Europa aufzubauen. Dies sollte das Unternehmen vor Schwankungen bei den Rohstoffkosten schützen, die Logistikkosten senken, die Lieferzeiten um ca. 45 % verkürzen und eine reibungslose Lieferkette gewährleisten. Darüber hinaus war das Ziel, bis 2035 mindestens 75 % des Verpackungsbedarfs intern zu decken.
  • Technologischer Sprung hin zu aseptischer Verpackung: Für Lebensmittel mit hohem Feuchtigkeitsgehalt und Getränke schlug Research Nester einen wahrscheinlichen Übergang zu aseptischer Verpackung vor, die eine Polyamin-Schichtstruktur nutzt. Diese dient als geeignete Barriere gegen Licht und Sauerstoff, die beiden Hauptursachen für den Produktverderb. Darüber hinaus umfasst dieses Verfahren die separate Produktverpackung und Sterilisation mit Hochtemperaturdampf in einer sterilen Umgebung. Dadurch verlängert sich die Haltbarkeit auf bis zu ein Jahr, ohne dass eine Kühlung erforderlich ist.
  • Entwicklung einer zirkulären Wertschöpfungskette: Anstatt ausschließlich Recyclingmaterialien zu verwenden, empfahl Research Nester die Schaffung einer positiven Wertschöpfungskette. Diese beinhaltet die Zusammenarbeit mit Kommunen und Abfallwirtschaftsunternehmen, um ein geschlossenes System zu gewährleisten, in dem sich das Unternehmen an der Sammlung und Verarbeitung von Post-Consumer-Verpackungen beteiligen und diese finanzieren kann. Dadurch wurde eine nachhaltige und kostengünstige Rohstoffquelle gesichert und gleichzeitig die Umweltbilanz des Unternehmens verbessert.
  • Portfolioentwicklung mit intelligenter Verpackung: Die Unternehmensberatung schlug zudem vor, das Produktportfolio durch den Einsatz intelligenter Verpackungstechnologien zu revolutionieren. Dazu gehören QR-Codes, die temperaturabhängige Indikatoren und Nachhaltigkeitsinformationen verknüpfen und so die Produktfrische verdeutlichen. Dies entspricht den gestiegenen Ansprüchen der Verbraucher an Innovation und Transparenz und ermöglicht dem Unternehmen, höhere Preise anzubieten.
  • Agile und schrittweise Integration: Das Beratungsunternehmen empfahl außerdem, die Big-Bang-Strategie aufzugeben, mit der das Ziel 2035 vollständig nachhaltige Verpackungen hätte erreichen können. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, die neuesten Technologien zu evaluieren, die Verbraucherzugänglichkeit sicherzustellen, die Kapitalallokation zu steuern und wiederholte Systemausfälle zu vermeiden.

Ergebnisse

Das Konsumgüterunternehmen setzte den von Research Nester entwickelten Strategieplan erfolgreich um und implementierte eine agile, stufenweise Vorgehensweise, die mit den margenstärksten Getränkelinien begann. Bis 2024 war die firmeneigene aseptische Verpackungsanlage in Los Angeles betriebsbereit und stabilisierte die Versorgung des gesamten nordamerikanischen Marktes.

Darüber hinaus führte die Umstellung auf aseptische Verpackungen zu überaus positivem Kundenfeedback und einem deutlichen Rückgang von Produktrückrufen und -verderb, wodurch das Vertrauen in die Marke wiederhergestellt wurde. Investitionen in die Kreislaufwirtschaft förderten zudem standardisierte Kooperationen zwischen privatem und öffentlichem Sektor und sicherten einen kosteneffizienten und stabilen Strom an Recyclingmaterialien. Bis 2035 sollen über 85 % der Verpackungen im eigenen Haus sowie in kontrollierten Joint Ventures produziert werden, wodurch die Lieferkette insgesamt weniger anfällig für internationale Schwankungen wird. Trotz des damit verbundenen Risikos konnte die erfolgreiche Umstellung die Marktposition des Unternehmens sichern – nicht nur im Lebensmittel- und Getränkesektor, sondern auch als einer der Vorreiter im Bereich nachhaltiges, resilientes und fortschrittliches Lieferkettenmanagement.

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Vishnu Nair

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