Veröffentlichungsdatum : 05 October 2024
Verfasst von : Dhruv Bhatia
Angesichts von Problemen wie lebensmittelbedingten Krankheiten und dem Klimawandel mehren sich die Anzeichen dafür, dass der Übergang zu ökologischen und verbraucherorientierten Praktiken entscheidend für die Entwicklung einer gesunden Bevölkerung ist. In den letzten Jahren hat sich das Konsumverhalten deutlich gewandelt und tendiert zunehmend zu Lebensmitteln, die Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern. Dieser Trend hat die Grundlage für ein exponentielles Wachstum des Bio-Lebensmittelmarktes geschaffen. Bemerkenswerterweise zeigen die Jahresendzahlen, dass der Umsatz mit diesen Produkten allein in den USA von rund 27 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 auf etwa 53 Milliarden US-Dollar Ende 2021 gestiegen ist. Immer mehr Verbraucher schätzen die größere Verfügbarkeit verschiedener Produkte wie Obst, Gemüse, Milchprodukte und sogar Fleisch und Fertigprodukte. Ziel dieses Blogbeitrags ist es daher, umfassende Einblicke in die Welt der Bio-Lebensmittel zu geben und deren vielfältige Vorteile hervorzuheben.
Bio-Lebensmittel verstehen: Was bedeutet das?
Bio-Lebensmittel sind Produkte, die ohne synthetische Pestizide, Düngemittel oder gentechnisch veränderte Organismen (GVO) angebaut werden. Bio-Lebensmittel sind im Gegensatz zu konventionell angebauten Produkten zu 94–100 % frei von Pestizidrückständen. Anstatt auf künstliche Methoden zurückzugreifen, nutzen Landwirte natürliche Techniken wie Fruchtwechsel und Kompostierung, um gesunde Bodenverhältnisse zu erhalten und Schädlingsbefall vorzubeugen. Daher zeichnen sich Bio-Lebensmittel durch das Fehlen schädlicher Chemikalien und einen höheren Nährstoffgehalt aus. Lebensmittel dürfen nur dann als „Bio“ bezeichnet werden, wenn sie die strengen Anforderungen von Zertifizierungsstellen wie dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) und der EU-Öko-Verordnung erfüllen. Diese Anforderungen umfassen verschiedene Aspekte des ökologischen Landbaus, darunter den Verzicht auf synthetische Pestizide, die Verwendung organischer Düngemittel, die Einhaltung von Gentechnikbeschränkungen und die artgerechte Tierhaltung.
Bio-Lebensmittel: Wie vorteilhaft sind sie?
Zahlreiche Studien belegen übereinstimmend, dass mit chemischen Düngemitteln und Pestiziden erzeugte Lebensmittel Spuren schädlicher Substanzen enthalten können, die langfristig erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen können. Der Verzehr von Bio-Lebensmitteln hingegen, die naturnah und ohne chemische Zusätze angebaut werden, fördert nicht nur das geistige und körperliche Wohlbefinden, sondern trägt auch positiv zur ökologischen Nachhaltigkeit bei.
- Nährwert: Viele Menschen betrachten Bio-Lebensmittel als gesündere Alternative, da sie nährstoffreicher sind. Studien zeigen, dass Bio-Obst, -Gemüse und -Tierprodukte im Vergleich zu konventionell angebauten Produkten höhere Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien wie Vitamin C, Zink und Eisen enthalten können. Eine weitere Studie ergab, dass über 75 % der Erwachsenen Bio-Lebensmittel aus gesundheitlichen Gründen kaufen. Zudem legt der ökologische Landbau Wert auf die Verwendung natürlicher Düngemittel und Schädlingsbekämpfungsmethoden. Dieser Ansatz trägt wesentlich zur Verbesserung der Bodengesundheit bei, was zu nährstoffreicherem Vieh führt. Dadurch weisen Milch und Fleisch dieser Tiere eine höhere Qualität auf. Eine europäische Studie aus dem Jahr 2016 bestätigt diese Annahme: Bio-Fleisch und -Milch können bis zu 50 % höhere Mengen bestimmter Nährstoffe, wie beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, enthalten als konventionell erzeugte Produkte.
- Reduzierte Chemikalienbelastung: Der ökologische Landbau verzichtet strikt auf synthetische Pestizide, Herbizide und gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Durch die Wahl des ökologischen Landbaus können Verbraucher ihre Belastung durch potenziell schädliche Chemikalien und Pestizidrückstände, die häufig in konventionell erzeugten Lebensmitteln vorkommen, wirksam verringern. Der ökologische Landbau nutzt natürliche Methoden zur Schädlingsbekämpfung, darunter Fruchtwechsel, Mischkultur und mechanische Bodenbearbeitung. Diese Maßnahmen reduzieren den Schädlingsbefall effektiv, da der Bedarf an synthetischen Pestiziden minimiert wird. Dadurch gelangen weniger Rückstände in die von uns verzehrten Lebensmittel.
- Umweltverträglichkeit: Ökologische Landwirtschaft legt größten Wert auf Bodengesundheit, Biodiversität und den Erhalt natürlicher Ressourcen. Neben dem Verzicht auf synthetische Betriebsmittel nutzen Biobauern organische Düngemittel und Fruchtfolgen, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, die Biodiversität zu fördern und den Bedarf an Wasser und Energie zu reduzieren. So leistet die ökologische Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit und zum Schutz natürlicher Ressourcen.
Mythen und Missverständnisse rund um Bio-Lebensmittel
Entgegen der landläufigen Meinung sind Bio-Lebensmittel nicht immer teurer als konventionelle. Zwar können manche Bio-Produkte etwas teurer sein, doch gibt es viele erschwingliche Alternativen. So lassen sich beispielsweise durch den Kauf von saisonalem Obst und Gemüse auf lokalen Bauernmärkten oder durch die Mitgliedschaft in einer solidarischen Landwirtschaft (CSA) oft Kosten sparen, verglichen mit dem Kauf von konventionellem Obst und Gemüse im Supermarkt. Ein weiterer weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Bio-Lebensmittel im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln weniger Geschmack haben. Studien zeigen jedoch, dass viele Menschen Bio-Obst und -Gemüse geschmacklich sogar bevorzugen. Erstaunlicherweise sind rund 60 % der Amerikaner der Meinung, dass Bio-Produkte dem Geschmack konventionell angebauter Produkte sehr ähnlich sind. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass im ökologischen Landbau der Erhalt der Bodengesundheit höchste Priorität eingeräumt wird. Dadurch haben die angebauten Produkte in der Regel einen intensiveren und angenehmeren Geschmack. Zudem trägt der Verzicht auf synthetische Pestizide und Düngemittel im ökologischen Landbau dazu bei, dass der natürliche Geschmack der Produkte voll zur Geltung kommt.
Die wachsende Beliebtheit von Bio-Lebensmitteln:
- Derzeit gibt es in den Vereinigten Staaten etwa 20.000 Naturkostläden, und es ist erwähnenswert, dass mittlerweile etwa drei von vier herkömmlichen Supermärkten ihren Kunden Bio-Lebensmittel anbieten.
- Im Jahr 2020 ergab eine bemerkenswerte Schätzung, dass sich rund 95 Millionen Amerikaner für den Konsum von Bio-Lebensmitteln entschieden hatten.
- Der Markt für biologisches Frischgemüse in den Vereinigten Staaten erlebte im Jahr 2022 eine bemerkenswerte Dominanz von Beeren, gefolgt von Karotten, Äpfeln, Spinat und Tomaten.
Während der COVID-19-Pandemie nahmen Verbraucher Bio-Lebensmittel als gesünder und immunstärkender wahr. Laut der 2020 vom Bio-Verband veröffentlichten Bio-Branchenumfrage konsumieren Verbraucher mehr Bio-Lebensmittel und -Produkte als je zuvor. Auch in der aktuellen globalen COVID-19-Pandemie sind viele Menschen weiterhin fest von den positiven Auswirkungen des Konsums von Bio-Lebensmitteln auf ihr allgemeines Wohlbefinden und die Stärkung des Immunsystems überzeugt. Diese Überzeugungen werden durch die umfassenden Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Bio-Branchenumfrage 2020 des Bio-Verbandes untermauert. Die Umfrage zeigt einen beispiellosen Anstieg der Verbraucherpräferenzen für eine größere Auswahl an biologisch erzeugten Lebensmitteln. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach einem breiten Angebot an hochwertigen Bio-Produkten im Vergleich zu den Vorjahren.
Im Jahr 2019 erreichten die Umsätze mit Bio-Lebensmitteln und -Non-Food-Produkten in den USA beeindruckende 55,1 Milliarden US-Dollar, was einem soliden Wachstum von 5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allein der Bio-Lebensmittelsektor trug maßgeblich zu diesem Erfolg bei und erwirtschaftete 50,1 Milliarden US-Dollar Umsatz, was einem bemerkenswerten Anstieg von 4,6 % entspricht. Darüber hinaus führte ein Verband im Mai 2020 eine umfassende Online-Blitzumfrage unter mehr als 3.180 Personen durch, die als potenzielle Bio-Käufer galten. Die Ergebnisse zeigten eindeutig, dass der Kauf von Bio-Lebensmitteln im Alltag dieser Befragten an Bedeutung gewonnen hat.
Bio-Lebensmittel und -Getränke: Trends und neue Produkte
Die Bedenken der Verbraucher hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und ökologischer Nachhaltigkeit haben zu einem sprunghaften Anstieg der Beliebtheit von Bioprodukten geführt. Darüber hinaus führt der aktuelle Fokus auf Gesundheit und Wohlbefinden dazu, dass Verbraucher vermehrt zu natürlichen und biologischen Zutaten greifen und somit Innovationen in der Bio-Lebensmittel- und Getränkeindustrie fördern. Auch die Fortschritte in der Agrartechnologie und bei nachhaltigen Anbaumethoden dürften die wachsenden Trends der Bio-Lebensmittelproduktion maßgeblich beeinflussen. Innovationen wie Präzisionslandwirtschaft, vertikale Landwirtschaft und regenerative Landwirtschaft bergen das Potenzial, die Erträge im Bio-Anbau zu steigern, Kosten zu senken und die ökologische Nachhaltigkeit des ökologischen Landbaus zu verbessern. Die Biobranche hat sich schnell an diesen wachsenden Markttrend angepasst und ihr Produktangebot diversifiziert. Der Sektor umfasst heute eine breite Palette von Produkten, von Bio-Aromen und -Cerealien über Snacks und Milchprodukte bis hin zu Fleischalternativen.
Beispielsweise verdeutlichen Bio-Snacks wie die Produktlinie „Growing Roots“ von Unilever den stetigen Zuwachs an Bioprodukten auf dem Markt. Diese Linie bietet köstliche Optionen wie Bio-Kokosnuss-Samen-Häppchen sowie Bio-Mais-Samen-Cluster. Auch 7-Eleven erkennt den wachsenden Wunsch nach gesünderen Alternativen und nutzt diesen Trend, um seine Präsenz auf dem Getränkemarkt auszubauen. Um den Verbraucherwünschen nach gesünderen Getränken gerecht zu werden, hat das Unternehmen sieben Eigenmarken der Marke „Select GoSmart“ eingeführt, darunter eine Linie mit kaltgepressten Bio-Säften, die der steigenden Nachfrage der Kunden nach gesünderen Getränken entspricht.
Im Folgenden sind die fünf Kategorien mit den meisten organischen Produkteinführungen in den USA und Kanada aufgeführt:
UNS
- Energie- und Sportgetränke (+80%)
- Säuglingsnahrung (+37%)
- Eine Auswahl an trinkfertigen Kaffees und Tees (+30%)
- Nährstoffreiche Getränke (25%)
- Bäckerei (+10%)
Kanada
- Frühstücksflocken (+110 %)
- Suppe (+99%)
- Kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke (+98%)
- Snacks (+45%)
Der Umstieg auf Bio-Lebensmittel
Wer sich für einen Lebensstil mit Fokus auf Bio-Lebensmittel entscheidet, muss verschiedene Aspekte berücksichtigen. Zunächst ist es wichtig zu wissen, wo man Bio-Produkte kaufen kann. Viele Supermärkte bieten heutzutage eigene Abteilungen für Bio-Produkte an. Wochenmärkte und lokale Genossenschaften sind ebenfalls hervorragende Alternativen für alle, die Wert auf gesunde und umweltfreundliche Lebensmittel legen. Es empfiehlt sich, nach Produkten mit Bio-Zertifizierung einer anerkannten Organisation zu suchen. Achten Sie außerdem auf zusätzliche Kennzeichnungen, die Auskunft darüber geben, ob ein Produkt frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) oder bestimmten Chemikalien ist. Angesichts des ständigen technologischen Fortschritts und des wachsenden Bewusstseins hat der ökologische Landbau das Potenzial, ein wichtiger Bestandteil unseres Ernährungssystems zu werden. Damit ebnet er den Weg für eine nachhaltige und nahrhafte Zukunft.
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