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Verpackung von Meeresfrüchten: Können wir ihre Umweltbelastung reduzieren?

Verpackungslösungen für Meeresfrüchte vereinen Innovation und Nachhaltigkeit, um sichere, frische und umweltverträgliche Produkte zu liefern.

Veröffentlichungsdatum : 15 October 2025

Verfasst von : Preeti Wani

Die globale Fischereiindustrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wurden im Jahr 2020 schätzungsweise 179 Millionen Tonnen Meeresfrüchte produziert. Mit diesem Produktionsumfang geht jedoch ein erheblicher ökologischer Fußabdruck einher, insbesondere durch die Verpackungssysteme, die zur Konservierung, zum Transport und zur Vermarktung von Meeresfrüchten verwendet werden.

Die Verpackung von Meeresfrüchten ist zwar unerlässlich für die Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit, basiert aber häufig auf nicht biologisch abbaubaren, erdölbasierten Kunststoffen, Styroporboxen und anderen umweltschädlichen Materialien. Diese Verpackungsmaterialien tragen zur Meeresverschmutzung, zum Überlaufen von Mülldeponien und zu Treibhausgasemissionen bei. Angesichts des wachsenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit und strengerer Umweltauflagen stellt sich die Frage, ob die Umweltbelastung durch Meeresfrüchteverpackungen reduziert werden kann. Dieser Blog beleuchtet die wichtige Rolle der Branche, Herausforderungen, innovative Lösungen, Branchentrends und umsetzbare Strategien, die Meeresfrüchteverpackungen nachhaltiger gestalten können, ohne Kompromisse bei der Lebensmittelsicherheit oder der Wirtschaftlichkeit einzugehen.

Warum die Verpackung in der Fischindustrie wichtig ist

Meeresfrüchte sind ein leicht verderbliches Produkt. Eine geeignete Verpackung spielt daher eine entscheidende Rolle:

  • Frische bewahren und Haltbarkeit verlängern
  • Verhinderung mikrobieller Kontamination
  • Ermöglichung einer effizienten Kühlkettenlogistik
  • Kommunikation von Produktinformationen und Markenbildung

Aufgrund dieser Anforderungen dominieren Kunststoffverpackungen den Fischsektor, insbesondere Mehrschichtfolien, Vakuumverpackungen und Behälter aus expandiertem Polystyrol (EPS). Laut einem Bericht von Research Nester wurde der globale Markt für Fischverpackungen im Jahr 2024 auf 11,5 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2035 auf 15,8 Milliarden US-Dollar anwachsen, angetrieben durch den steigenden Konsum und die Exportnachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten. Dieses Wachstum verstärkt jedoch auch die Umweltbelastung, sofern keine nachhaltigeren Alternativen eingeführt werden.

Umweltauswirkungen herkömmlicher Fischverpackungen

1. Plastikmüll in marinen Ökosystemen: Ein erheblicher Anteil des Meeresmülls stammt aus weggeworfenen Verpackungen, insbesondere aus Plastikfolien und EPS-Schaum. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) schätzt, dass jährlich 8 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane gelangen und Meereslebewesen durch Verschlucken und Verheddern schädigen. Verpackungen von Meeresfrüchten, vor allem von Küstenverarbeitungsbetrieben und Fischereifahrzeugen, tragen direkt zu dieser Verschmutzung bei.

2. CO₂-Fußabdruck und Ressourcennutzung: Die Herstellung von Kunststoffverpackungen ist energieintensiv und basiert häufig auf fossilen Brennstoffen. Zum Beispiel:

  • 1 kg Kunststoffverpackung setzt im Laufe seines Lebenszyklus etwa 6 kg CO₂ frei.
  • Der in Fischverpackungen verwendete Polystyrolschaum ist nicht recycelbar und benötigt mehr als 500 Jahre, um sich zu zersetzen.

Regulatorischer Druck und Verbrauchernachfrage nach Veränderungen

Regierungen und Verbraucher fordern umweltbewusstere Praktiken. Einige davon sind im Folgenden aufgeführt:

  • Die EU-Richtlinie über Einwegkunststoffe verbietet EPS-Lebensmittelbehälter und fordert die Verwendung von recycelbaren und kompostierbaren Alternativen.
  • Kanada und mehrere US-Bundesstaaten, wie Kalifornien und New York, schaffen nicht recycelbare Kunststoffe schrittweise ab.
  • Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Fischmarken mit Umweltzeichen und transparenten Nachhaltigkeitspraktiken.

Innovative Lösungen: Nachhaltige Alternativen für Fischverpackungen

Nachhaltige Verpackungen müssen Funktionalität, Lebensmittelsicherheit, Kosten und Umweltverträglichkeit gleichermaßen berücksichtigen. Hier sind einige vielversprechende Alternativen, die bereits im Einsatz oder in der Entwicklung sind:

1. Biologisch abbaubare und kompostierbare Materialien

  • PLA (Polymilchsäure): Ein pflanzenbasiertes Polymer, das aus Maisstärke oder Zuckerrohr gewonnen wird und für transparente Schalen und Folien verwendet wird.
  • Verpackungen auf Zellstoffbasis : Diese werden aus Recyclingpapier oder Zuckerrohrbagasse hergestellt und eignen sich hervorragend für trockene und halbtrockene Meeresfrüchte.
  • Chitosanfilme : Dieser Film wird aus Krustentierschalen gewonnen; diese biologisch abbaubaren Filme besitzen antimikrobielle Eigenschaften und verbessern die Haltbarkeit.

Ein aktuelles Beispiel für biologisch abbaubare und kompostierbare Materialien ist die norwegische Leroy Seafood Group, die fast 60 % ihrer EPS-Schalen durch recycelbare PET- und Zellstoffschalen ersetzt hat und damit den jährlichen Plastikverbrauch um über 200 Tonnen reduziert hat.

2. Recycelbare Hartkunststoffe: PET (Polyethylenterephthalat) und PP (Polypropylen) können mehrfach recycelt werden, sofern sie sauber gehalten werden. Viele Fischhändler verwenden mittlerweile Schalen aus nur einem Material, die mit bestehenden Recyclingsystemen kompatibel sind. So hat beispielsweise Walmart Kanada schwarze Fischschalen aus Kunststoff durch transparente PET-Schalen ersetzt, wodurch jährlich 25 Millionen Schalen mehr recycelt werden können.

3. Essbare und wasserlösliche Folien : Essbare Folien aus Algen, Stärke oder Gelatine bieten eine doppelte Innovation: Sie konservieren das Produkt und hinterlassen keinen Abfall. Startups wie Evoware in Indonesien und Notpla aus Großbritannien entwickeln essbare Folien aus Algen, die sich unschädlich in Wasser auflösen und innerhalb weniger Tage biologisch abbaubar sind.

Innovationen in der Kühlkette und Großverpackung

Ein Großteil des Verpackungsmülls bei Meeresfrüchten stammt aus Einzelverpackungen für den Einzelhandel. Alternativen sind:

  • Wiederverwendbare isolierte Versandbehälter (RISC): Diese aus robusten Kunststoffen oder Metall hergestellten Behälter reduzieren die Abhängigkeit von Einweg-EPS.
  • Durch die Verwendung von Großverpackungen mit internen Trennwänden kann der Materialverbrauch bei der großflächigen Verteilung minimiert werden.
  • Vakuum-Skin-Verpackungen (VSP) reduzieren den Bedarf an mehreren Kunststoffschichten und verlängern gleichzeitig die Haltbarkeit. So hat beispielsweise das neuseeländische Unternehmen Sanford Limited für die lokale Lieferung von Meeresfrüchten auf wiederverwendbare Kunststoffkisten umgestellt und dadurch jährlich 20 Tonnen Verpackungsmaterial eingespart.

Herausforderungen bei nachhaltigen Verpackungen

Trotz der Fortschritte bei der Verpackung von Meeresfrüchten stehen der breiten Anwendung nachhaltiger Verpackungen mehrere Hindernisse im Weg:

  1. Kostenfolgen : Biologisch abbaubare Materialien sind oft 20–50 % teurer als herkömmliche Kunststoffe, was sich auf die Akzeptanz in preissensiblen Märkten auswirken kann.
  2. Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit : Die Gewährleistung der mikrobiellen Sicherheit und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften (FDA, EFSA) bei neuen Materialien kann kompliziert sein.
  3. Infrastrukturlücken im Recyclingbereich : In vielen Entwicklungsländern werden sogar recycelbare Verpackungen auf Deponien entsorgt, da es an Systemen zur Abfalltrennung mangelt.
  4. Kompromisse bei der Haltbarkeit: Einige biologisch abbaubare Materialien bieten einen geringeren Schutz vor Sauerstoff oder Feuchtigkeit, was die Haltbarkeit des Produkts potenziell verkürzt.

Konkrete Schritte für Branchenakteure

Um die Umweltbelastung durch Fischverpackungen wirksam zu reduzieren, ist eine Partnerschaft mehrerer Akteure unerlässlich. So können verschiedene Akteure dazu beitragen:

Meeresfrüchteproduzenten und -verarbeiter

  • Überprüfen und reduzieren Sie den Verbrauch von Verpackungsmaterialien.
  • Investieren Sie in Forschung und Entwicklung für nachhaltigere und bessere Alternativen.
  • Kooperieren Sie mit Startups, die sich auf die Kreislaufwirtschaft konzentrieren.

Einzelhändler und Vertriebshändler

  • Integrieren Sie verbindliche Umweltverpackungsstandards in die Beschaffungsverträge.
  • Fördern Sie Pilotprogramme und Initiativen für die Logistik wiederverwendbarer Behälter.

Regierungen und Regulierungsbehörden

  • Gewähren Sie zusätzliche Subventionen und Anreize für die Verwendung umweltfreundlicher Verpackungsmaterialien.
  • Programme zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) implementieren.
  • Verbesserung der Abfallentsorgungsanlagen in Küstengebieten.

Für Verbraucher

  • Wählen Sie Meeresfrüchteprodukte, die als nachhaltig zertifiziert sind und mit möglichst umweltfreundlicher Verpackung angeboten werden.
  • Entsorgen Sie Fischverpackungen achtsam durch Recycling oder Kompostierung.

Zukunftsaussichten: Auf dem Weg zu einer umweltfreundlicheren Verpackungsära

Die Fischereiindustrie befindet sich an einem Wendepunkt, da ihre aktuellen Verpackungspraktiken zunehmend unter Umweltauflagen stehen. Angesichts der steigenden Umweltauflagen wird die Fischereiindustrie dringend aufgefordert, nachhaltigere Verpackungslösungen einzuführen. Im nächsten Jahrzehnt wird sich voraussichtlich Folgendes abzeichnen:

  • Materialinnovationen, wie beispielsweise Folien auf Algenbasis, Pilzverpackungen und mit Nanotechnologie angereicherte Biobarrieren.
  • Verstärkter Einsatz digitaler Etikettierung (QR-Codes) zur Reduzierung von Druckabfällen und zur Gewährleistung von Transparenz.
  • Globale Angleichung der Standards, um sicherzustellen, dass Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit einheitlich definiert und durchgesetzt werden.

Laut Research Nester wird der globale Markt für nachhaltige Fischverpackungen von 2024 bis 2035 voraussichtlich ein jährliches Wachstum von 6,9 % verzeichnen und bis 2035 ein Volumen von 21,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Dieser Wandel dient nicht nur der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern sichert die Zukunftsfähigkeit der Fischindustrie. Die Reduzierung der Umweltbelastung durch Fischverpackungen kann die marine Artenvielfalt schützen, CO₂-Emissionen senken und das Vertrauen der Verbraucher in ein verantwortungsvolleres globales Lebensmittelsystem stärken.

Schlussbetrachtung

Nachhaltige Verpackungen für Meeresfrüchte sind kein Nischenthema mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Dank skalierbarer Innovationen, politischer Unterstützung und eines gestiegenen Bewusstseins in der Branche stehen der Meeresfrüchteverpackungsindustrie realistische Wege offen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Auch wenn weiterhin Herausforderungen bestehen, kann das gemeinsame Bestreben nach umweltfreundlicheren Materialien, intelligenterer Logistik und verantwortungsvoller Entsorgung die Meeresfrüchteverpackung nachhaltig verändern. Indem der Fischereisektor jetzt nachhaltige Lösungen einsetzt, kann er somit nicht nur zur Deckung des globalen Nahrungsmittelbedarfs beitragen, sondern auch die Umwelt schützen.

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Vishnu Nair

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