Veröffentlichungsdatum : 15 October 2025
Verfasst von : Akshay Pardeshi
Die Vermögensverwaltungsbranche befindet sich im Umbruch. Angetrieben wird sie von einer neuen Generation von Anlegern, die die Art und Weise der Vermögensbildung, -verwaltung und -sicherung grundlegend verändern. Diese Anleger – vorwiegend Millennials, die Generation Z und technikaffine Privatpersonen – bringen neue Perspektiven ein, fordern innovative Lösungen und nutzen Technologie, um traditionelle Vermögensverwaltungspraktiken neu zu definieren. Dieser Blog untersucht die wichtigsten Triebkräfte dieses Wandels, die Rolle der neuen Anleger und die aufkommenden Trends, die die kommende Ära der Vermögensverwaltung prägen werden.
Der Aufstieg neuer Investoren
Jüngere Generationen gewinnen in der Investmentwelt rasant an Bedeutung. Millennials (Jahrgänge 1981–1996) und die Generation Z (Jahrgänge 1997–2012) beginnen, Vermögen zu erben und aufzubauen, und verändern damit die Prioritäten der Finanzbranche. Ein Bericht von Cerulli Associates aus dem Jahr 2021 prognostiziert, dass allein in den USA in den nächsten zwei Jahrzehnten rund 84 Billionen US-Dollar an Vermögen von den Babyboomern und der Stillen Generation an ihre Kinder und Enkelkinder vererbt werden. Dieser bedeutende Vermögenstransfer, oft als „Great Wealth Transfer“ bezeichnet, rückt neue Werte in den Vordergrund. Anders als frühere Generationen sind diese jüngeren Anleger Digital Natives. Sie erwarten nahtlose, intuitive und technologiegestützte Erlebnisse und suchen nach flexiblen Plattformen, die ihren persönlichen Überzeugungen entsprechen.
Eine Umfrage der Bank of America aus dem Jahr 2023 ergab, dass 62 % der Millennials und der Generation Z ihre Anlagen bevorzugt über digitale Plattformen verwalten, verglichen mit nur 29 % der Babyboomer. Infolgedessen stehen Vermögensverwaltungsgesellschaften unter zunehmendem Druck, ihre Dienstleistungen zu modernisieren und digitale Tools einzuführen, die den Kundenerwartungen entsprechen.

Technologie als Wendepunkt
Technologie spielt eine zentrale Rolle beim Wandel hin zu einem agileren und integrativeren Vermögensverwaltungsmodell. Neue Anleger bevorzugen Plattformen, die Automatisierung, Erschwinglichkeit und Komfort bieten. Der Aufstieg digitaler Tools – von Robo-Advisors bis hin zu mobilen Apps – hat die Finanzplanung zugänglicher denn je gemacht.
- Robo-Advisors und automatisiertes Smart Investing: Robo-Advisors werden sich zu einem Eckpfeiler der modernen Vermögensverwaltung entwickeln, insbesondere für jüngere Anleger mit kleineren Portfolios. Sie sind besonders attraktiv für junge und unerfahrene Anleger, da sie einen kostengünstigen Einstieg, eine personalisierte Risikobewertung und bequemen mobilen Zugriff bieten. Plattformen wie Betterment, Wealthfront und Robinhood bieten automatisierte, algorithmengesteuerte Vermögensverwaltung mit niedrigen Gebühren und minimalem menschlichen Eingriff. Laut einem Bericht von Research Nester aus dem Jahr 2024 wird der globale Markt für Robo-Advisors bis 2027 voraussichtlich ein verwaltetes Vermögen von 1,8 Billionen US-Dollar erreichen und mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 15,4 % wachsen. Betterment beispielsweise ermöglicht es Nutzern, bereits mit 10 US-Dollar mit dem Investieren zu beginnen – ein deutlicher Unterschied zu traditionellen Anbietern, die oft mehr als 250.000 US-Dollar für die Eröffnung eines verwalteten Kontos verlangen.
- KI-gestützte Personalisierung: Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Finanzberatung. Durch den Zugriff auf Daten wie Ausgabeverhalten, Anlagepräferenzen und Markttrends kann KI personalisierte Empfehlungen in Echtzeit erstellen. Eine Deloitte-Studie aus dem Jahr 2023 ergab, dass 68 % der Vermögensverwaltungsgesellschaften in KI investieren, um ihren Kundenservice zu verbessern. 82 % der jüngeren Anleger bevorzugen KI-gestützte Analysen gegenüber traditionellen Methoden. Plattformen wie Wealthsimple nutzen KI nicht nur für die Portfolioverwaltung, sondern auch für steuereffiziente Strategien wie die Verlustverrechnung. Zudem werden KI-Chatbots und virtuelle Assistenten immer gängiger und bieten rund um die Uhr Unterstützung, ohne dass persönliche Beratungsgespräche erforderlich sind.
- Nachfrage nach verantwortungsvollen und nachhaltigen Anlagen: Anleger konzentrieren sich heute nicht mehr nur auf finanzielle Renditen; sie möchten mit ihren Investitionen Anliegen unterstützen, die ihnen am Herzen liegen. Daher hat sich ESG-Investitionen (Environmental, Social, Governance) für jüngere Generationen zu einer Priorität entwickelt. Ein Bericht von Research Nester aus dem Jahr 2024 zeigt, dass 87 % der Millennials nachhaltige Anlagen, soziale Verantwortung und ethische Unternehmensführung priorisieren – ein Wert, der den Durchschnitt aller Altersgruppen von 57 % deutlich übertrifft. Diese Anleger möchten, dass ihre Portfolios ihre Überzeugungen widerspiegeln, sei es die Förderung erneuerbarer Energien, die Unterstützung von Diversität und Inklusion oder die Förderung ethischer Unternehmensführung. Auch Finanzinstitute reagieren auf diesen Wandel. Unternehmen wie BlackRock und Vanguard haben ESG-Fonds aufgelegt, während Robo-Advisors wie Wealthfront es Nutzern ermöglichen, ihre Portfolios individuell anzupassen und sozial verantwortliche Anlagen zu berücksichtigen.
- Der Trend zur Finanzbildung: Neue Anleger sind in Sachen Finanzbildung proaktiver als frühere Generationen. Sie wollen die Märkte, Anlagestrategien und Prinzipien der Finanzplanung verstehen, anstatt sich ausschließlich auf Berater zu verlassen. Eine Umfrage von Charles Schwab aus dem Jahr 2023 ergab, dass 74 % der Generation Z online nach Anlagemöglichkeiten recherchieren, verglichen mit 49 % der Babyboomer. Sie möchten wissen, was mit ihrem Geld geschieht und selbst fundierte Entscheidungen treffen. Dieser Trend hat das Wachstum von Bildungsangeboten und -plattformen beschleunigt. Apps wie Acorns und Stash kombinieren Mikroinvestitionen mit leicht verständlichen Lektionen zum Thema Geldmanagement. Auch Social-Media-Plattformen wie YouTube und TikTok haben sich zu Wissenszentren für Finanzbildung entwickelt. Viele Influencer und Content-Creator teilen dort Tipps und Ideen zu Budgetplanung, Investitionen und strategischem Vermögensaufbau. Finanzunternehmen schließen sich dieser Bewegung ebenfalls an.
- Die Rolle von Kryptowährungen und alternativen Anlagen: Kryptowährungen und alternative Anlagen gewinnen bei neuen Anlegern zunehmend an Beliebtheit und revolutionieren die traditionelle Vermögensverwaltung. Eine Umfrage aus dem Jahr 2024 ergab, dass 41 % der US-Amerikaner im Alter von 18 bis 29 Jahren in Kryptowährungen investiert, mit ihnen gehandelt oder sie genutzt haben, verglichen mit nur 13 % der über 50-Jährigen. Für viele junge Anleger symbolisieren Bitcoin und Ethereum sowohl technologische Innovation als auch einen Schutz vor konventionellen Finanzsystemen. Apps wie Coinbase und Binance erleichtern den Kauf, das Halten und den Handel mit digitalen Währungen. Dezentrale Finanzplattformen (DeFi) ermöglichen es Nutzern, Renditen zu erzielen oder Liquidität im Austausch für Erträge bereitzustellen. Neben Kryptowährungen setzen neue Anleger auch auf Immobilien-Crowdfunding, Sammlerstücke und Peer-to-Peer-Kredite, um ihre Portfolios zu diversifizieren. Während traditionelle Vermögensverwaltungsgesellschaften diese Trends bisher nur zögerlich aufgegriffen haben, reagieren einige nun. So brachte Fidelity beispielsweise 2022 einen Bitcoin-ETF auf den Markt, und Morgan Stanley bietet ausgewählten Kunden nun Zugang zu Kryptowährungen.
- Digitale Tools und persönliche Beratung vereint: Obwohl neue Anleger Automatisierung und mobile Tools schätzen, legen viele weiterhin Wert auf das Gespräch mit einem persönlichen Ansprechpartner, insbesondere bei komplexen Entscheidungen. Dies hat zum Aufstieg hybrider Beratungsmodelle geführt, die digitale Plattformen mit dem Zugang zu lizenzierten Finanzberatern verbinden. Unternehmen wie Vanguard und Charles Schwab bieten Dienstleistungen an, die kostengünstige persönliche Beratung mit digitalem Portfoliomanagement kombinieren. Vanguards Personal Advisor Services beispielsweise vermitteln Kunden zertifizierte Finanzplaner zu einem Bruchteil der üblichen Kosten. Dieses Modell vereint die Vorteile beider Welten: technologische Effizienz und persönliche Betreuung.
Herausforderungen und Chancen für die Vermögensverwaltungsbranche
Der Wandel in der Vermögensverwaltung birgt für Unternehmen sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Einerseits müssen sie in Technologie investieren, Berater weiterbilden und sich an die sich wandelnden Kundenerwartungen anpassen. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2023 sehen 58 % der Führungskräfte in der Vermögensverwaltung die digitale Disruption als ihre größte Sorge für die nächsten zehn Jahre. Andererseits bietet der Zuwachs an neuen Anlegern ein erhebliches Wachstumspotenzial. Durch die digitale Transformation, das Angebot von ESG-Optionen und die Priorisierung von Finanzbildung können Unternehmen jüngere Kunden gewinnen und binden. Darüber hinaus hat der Aufstieg des Bruchteilsinvestierens, bei dem Anleger Bruchteile von Aktien oder ETFs erwerben können, die Markteintrittsbarrieren gesenkt und den Kundenstamm für Vermögensverwalter erweitert.
Blick in die Zukunft
Die Vermögensverwaltung steht vor einer neuen Ära, geprägt von einem veränderten Anlegertypus: technikaffin, werteorientiert und bestrebt, aktiv an der Gestaltung ihrer finanziellen Zukunft mitzuwirken. Dank technologischer Fortschritte sind Instrumente zum Vermögensaufbau leichter zugänglich geworden, während sich die Wertewandel hin zu einer Definition von Anlageerfolg erweitert, die über reine Renditen hinausgeht. Um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen schnell handeln. Sie benötigen sinnvolle, technologiegestützte Angebote, die den modernen Erwartungen entsprechen und gleichzeitig bei Bedarf vertrauenswürdige Beratung und persönliche Unterstützung bieten.
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