Veröffentlichungsdatum : 26 September 2025
Verfasst von : Akshay Pardeshi
In unserer schnelllebigen, technologiegetriebenen Welt befindet sich die Mobilität in einem radikalen Wandel. Von Mitfahrgelegenheiten und E-Scootern bis hin zu autonomen Fahrzeugen und E-Bikes – der Verkehr ist flexibler, vernetzter und nutzerorientierter denn je. Doch mit dieser Entwicklung gehen neue Risiken einher, die den dringenden Bedarf an einer neuen Kategorie finanzieller Absicherung – der Mobilitätsversicherung – begründen.
Mobilitätsversicherungen gehen weit über die klassische Kfz-Versicherung hinaus. Sie decken die vielfältigen und flexiblen Mobilitätsformen ab, die Menschen und Güter in modernen Ökosystemen benötigen. Ob Sie als Freiberufler mit Ihrem eigenen Fahrzeug Lieferungen ausliefern oder als Pendler E-Scooter nutzen – Mobilitätsversicherungen bieten maßgeschneiderten Schutz für Ihre Sicherheit, finanzielle Absicherung und ein beruhigendes Gefühl. In diesem Blogbeitrag tauchen wir in die Welt der Mobilitätsversicherungen ein, erklären ihre Funktionsweise, die Gründe für ihren Boom und wagen einen Blick in die Zukunft.
Was ist eine Mobilitätsversicherung?
Mobilitätsversicherungen umfassen ein breites Spektrum an Versicherungsprodukten, die die Risiken neuer und traditioneller Transportmittel abdecken. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kfz-Versicherung, die nur Privatfahrzeuge abdeckt, deckt die Mobilitätsversicherung die damit verbundenen zusätzlichen Risiken ab, wie nachfolgend aufgeführt:
- Gemeinsame Mobilitätsplattformen wie Uber, Lyft und Zipcar
- Mikromobilitätsoptionen wie E-Scooter, Elektrofahrräder und Hoverboards
- Kommerzielle Anwendungsfälle, hauptsächlich für Gelegenheitsarbeiter, die Lebensmittel oder Pakete ausliefern.
- Multimodales Reisen, bei dem Konsumenten Bus, Roller und Fahrdienste in einer einzigen Reise kombinieren.
- Transport der nächsten Generation, einschließlich Elektrofahrzeuge und selbstfahrende Autos
Der Fokus liegt auf Vielseitigkeit, nutzungsbasierter Preisgestaltung und digitaler Integration. Dadurch wird die Netzabdeckung nicht nur effizienter, sondern auch besser an die realen Bedürfnisse angepasst.
Warum die Mobilitätsversicherung immer notwendiger wird
Der globale Markt für Mobilitätsversicherungen verzeichnet ein deutliches Wachstum, angetrieben durch die zunehmende Urbanisierung, die Nutzung von Sharing-Angeboten und das sich wandelnde Konsumverhalten. Laut einer Analyse von Research Nester wurde der globale Markt für Mobilitätsversicherungen im Jahr 2024 auf 116,2 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2035 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,5 % auf 245,7 Milliarden US-Dollar anwachsen. Allein der Markt für Sharing-Angebote wie Ride-Hailing und Carsharing wird bis 2030 voraussichtlich die 500,2-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten, und Versicherer entwickeln hierfür spezielle Produkte.
- Zunahme von Shared Mobility und Mikromobilität: Die urbane Mobilität wandelt sich vom reinen Autobesitz hin zum bedarfsgerechten Fahrzeugzugang. In Großstädten nutzen Pendler hauptsächlich Fahrdienste, E-Scooter und Fahrräder, anstatt ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Diese Trends schaffen neue Risikoszenarien: Wer haftet beispielsweise bei einem Unfall mit einem Leih-Scooter? Oder was passiert, wenn das Auto eines Lieferfahrers während seiner Schicht beschädigt wird? Traditionelle Versicherungen schließen solche Fälle oft bewusst aus und schaffen so eine Deckungslücke. Mobilitätsversicherungen schließen diese Lücke.
- Arbeitskräfte in der Gig-Economy: Bis 2025 werden voraussichtlich weltweit über 540 Millionen Menschen in der Gig-Economy tätig sein, viele davon in Mobilitätsbranchen wie Fahrdiensten und Lieferdiensten. Die meisten Gig-Worker nutzen ihre eigenen Fahrzeuge gewerblich, was durch die private Kfz-Versicherung nicht abgedeckt ist. Spezielle Mobilitätsversicherungen bieten kilometerbasierte Deckung, flexible Prämien und Schutz auf Abruf.
- Klima- und Stadtpolitik: Regierungen fördern Dekarbonisierungsziele und setzen auf Elektromobilität und Carsharing. In Städten wie Amsterdam, Kopenhagen und Teilen Kaliforniens sinkt der Autobesitz, da Carsharing-Alternativen immer beliebter werden. Mobilitätsversicherungen unterstützen diese Entwicklung, indem sie multimodale Reisen abdecken. So kann beispielsweise jemand eine Reise mit dem öffentlichen Bus beginnen, auf einen E-Scooter umsteigen und anschließend ein Elektroauto im Carsharing-Format nutzen – alles unter einem einzigen Versicherungsschutz.
Arten von Mobilitätsversicherungsschutz
Mobilitätsversicherungen sind nicht einheitlich. Genau wie sich die Transportmöglichkeiten ändern, ändern sich auch die Versicherungsmodelle. So ist der Markt strukturiert:
- Persönliche Mobilitätsversicherung: Für alle, die regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel, Mitfahrdienste, Mietwagen oder Leihfahrräder und -roller nutzen, bietet die persönliche Mobilitätsversicherung einen umfassenden Schutz, der weit über die Leistungen einer herkömmlichen Kfz-Versicherung hinausgeht. Sie beinhaltet unter anderem eine Unfallversicherung, eine Haftpflichtversicherung für Personen- und Sachschäden sowie Leistungen bei Verspätungen oder Stornierungen. Diese Versicherung gibt Pendlern Sicherheit, egal ob sie mit dem Zug zur Arbeit fahren oder mit einem E-Scooter durch die Stadt radeln.
- Mikromobilitätsversicherung: Mit der zunehmenden Beliebtheit von Elektrofahrrädern, E-Scootern und anderen leichten Fahrzeugen steigen auch die Risiken von Verletzungen von Fußgängern, Diebstahl oder Beschädigung der Fahrzeuge. Diese Versicherung deckt diese Risiken ab, indem sie medizinische Kosten, Haftungsansprüche Dritter sowie Reparatur oder Ersatz des Fahrzeugs übernimmt. InsurTech-Unternehmen wie Laka, Bikmo und Trov sind Vorreiter und bieten Policen an, die sich per App sofort aktivieren lassen und so den Prozess für mobile Nutzer besonders unkompliziert gestalten.
- Versicherungsschutz für Ridesharing- und Gig-Worker: Ridesharing-Fahrer und Gig-Worker befinden sich in einer rechtlichen Grauzone, was ihren Versicherungsschutz angeht. Die herkömmliche private Kfz-Versicherung greift nicht bei gewerblicher Nutzung, und gewerbliche Policen sind oft teuer oder unflexibel. Hier kommen Hybridversicherungen ins Spiel: Diese Versicherungen greifen automatisch, sobald der Fahrer eine Fahrt beginnt, und erlöschen wieder, sobald er sie beendet. Manche Tarife beinhalten einen Ausfallschutz, der sicherstellt, dass die Fahrer auch bei Verletzungen oder einem Unfall weiterhin bezahlt werden. Diese Produkte sind besonders wertvoll in der Gig-Economy, wo das Einkommen unerwartet ausfallen kann.
- Flotten- und Sharing-Versicherung: Flottenbetreiber, die Elektrofahrzeuge und Lieferroboter einsetzen, benötigen einen zuverlässigen Versicherungsschutz, der sich an die Nutzung in Echtzeit anpasst. Flottenversicherungen nutzen Telematik und Datenanalyse für nutzungsbasierte Preismodelle. Versicherer können so die Kosten anhand der gefahrenen Kilometer, des Fahrverhaltens und sogar der Tageszeit berechnen.
Moderne Versicherungspolicen umfassen auch Cybersicherheitsmaßnahmen für vernetzte und autonome Fahrzeuge und schützen Unternehmen vor Hackerangriffen, Softwarefehlern und Datenlecks. Durch die Überwachung des Fahrverhaltens und die Fahrzeugdiagnose unterstützen Versicherer Unternehmen dabei, die Unfallzahlen zu senken und die Betriebssicherheit zu verbessern.
Die Zukunft der Mobilitätsversicherung
Mit dem Wandel des modernen Transportwesens hin zu Flexibilität, Vernetzung und Nachhaltigkeit durchläuft auch die Versicherungslandschaft einen ähnlichen Wandel. Hier erfahren Sie, wie vier wichtige, datengestützte Innovationen die nächste Ära der Mobilitätsversicherung prägen:
- Integrierte Versicherung wird zum Standard im Alltag: Statt eine separate Police abzuschließen, erhalten Nutzer zunehmend automatisch Versicherungsschutz, wenn sie Mobilitätsdienste in Anspruch nehmen. Ob Roller mieten, Mitfahrgelegenheit bestellen oder Fahrrad per App buchen – die meisten sind bereits versichert. Dieser integrierte Versicherungsschutz optimiert den Schutz unterwegs. Große Unternehmen wie Uber und Lyft bieten mittlerweile In-App-Versicherungen für Fahrer und Fahrgäste an, während Scooter-Anbieter wie Bird und Lime im Rahmen jeder Anmietung eine Mikroversicherung anbieten. Diese Entwicklung bietet nicht nur mehr Komfort, sondern treibt auch das Branchenwachstum an. Laut Research Nester werden die Prämien für integrierte Versicherungen bis 2030 weltweit voraussichtlich 722 Milliarden US-Dollar erreichen und damit fast ein Viertel des gesamten Versicherungsmarktes ausmachen. Der Aufstieg von Mobility-as-a-Service (MaaS)-Plattformen, auf denen integrierte Policen üblich sind, trägt maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Allein dieses Segment soll bis 2027 ein Volumen von 523 Milliarden US-Dollar erreichen und jährlich um mehr als 32 % wachsen. Für Nutzer bedeutet integrierte Versicherung einen einfacheren Zugang zum Schutz. Für Unternehmen schafft sie Vertrauen und Mehrwert ohne zusätzliche Hürden.
- Telematik und Echtzeitdaten verändern Risiko und Preise: Neue Technologien ermöglichen Versicherern einen besseren Überblick über das Fahrverhalten. Dank Technologien wie der Telematik, die das Fahrverhalten in Echtzeit erfassen, sind Versicherer nicht mehr allein auf Alter, Wohnort oder Fahrhistorie angewiesen, um Prämien festzulegen. Fahrweise, Geschwindigkeit, Bremsverhalten und die Handynutzung am Steuer beeinflussen nun direkt die Höhe der Prämie. Diese personalisierte Bewertung sorgt für fairere und präzisere Preise.
- Grüne Anreize und ESG-Richtlinien fördern umweltfreundlichere Mobilität: Städte und Verbraucher drängen auf umweltfreundlichere und verantwortungsvollere Mobilität, und Versicherer ziehen nach. Immer häufiger werden Policen unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit gestaltet. Für Fahrer von Elektrofahrzeugen (EVs) bedeutet dies beispielsweise Rabatte von bis zu 20 % aufgrund geringerer Reparaturkosten und einer kleineren Umweltbelastung. Einige Tarife belohnen zudem klimaschonendes Verhalten und bieten Vorteile für weniger gefahrene Kilometer oder die Nutzung von Fahrgemeinschaften anstelle von Privatwagen.
- Abonnementbasierte Versicherungstarife bieten mehr Flexibilität: Die Art und Weise, wie Menschen Versicherungen abschließen, verändert sich. Viele benötigen oder wünschen keine Jahrespolicen mehr. Stattdessen bevorzugen sie Optionen, die ihrem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Hier setzen abonnementbasierte Modelle an. Mit diesen Tarifen können Nutzer den Versicherungsschutz nur dann aktivieren, wenn sie ihn benötigen – sei es pro Kilometer, pro Fahrt oder pro Stunde. Diese Flexibilität ist besonders hilfreich für Freiberufler, Gelegenheitsfahrer und Stadtbewohner, die auf verschiedene Verkehrsmittel angewiesen sind, anstatt ein eigenes Auto zu besitzen. InsurTech-Unternehmen wie Veygo, Cuvva und Zego bieten bereits flexible, nutzungsbasierte Tarife an, die vor allem jüngere, technikaffine Nutzer ansprechen. Branchenprognosen zufolge wird der Markt für nutzungsbasierte Versicherungen von 28,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 auf 150 Milliarden US-Dollar im Jahr 2032 wachsen.
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